Humanbiomonitoring auf PFAS bei Einsatzkräften der Feuerwehr

Projekt-Nr. FF-FP 0511

Status:

laufend

Zielsetzung:

Ziel dieses Studienvorhabens ist es, die innere Belastung von Feuerwehreinsatzkräften gegenüber per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) zu bestimmen, um das Vorkommen dieser Substanzen in biologischen Materialien abzubilden.

PFAS sind Bestandteil in AFFF-Löschmitteln, die beim Löschen von Bränden der Brandklassen A (Feststoffe) und B (Brände von Flüssigkeiten und schmelzenden Feststoffen) bei Trainingseinsätzen und Notfallszenarien eingesetzt wurden bzw. werden. Zudem werden sie in der Feuerwehr-Schutzkleidung und -ausrüstung zur Imprägnierung verwendet, um Wasser und Öl abzuweisen und um die Ausrüstung hitzebeständig zu machen. Die PFAS-Substanzen sind in der Luft, im Rauch und im Staub des Brandorts und des Feuers vorhanden, da sie in großen Mengen in Verbraucherprodukten wie Elektronik, Möbel, Baumaterialien und Fahrzeugen eingesetzt werden. Bei der Verbrennung der Produkte werden PFAS aus diesen freigesetzt und führen zu zusätzlichen Expositionen während des Brands.

Dazu wird in einer Längsschnittstudie die Konzentration von ausgewählten PFAS mittels Humanbiomonitoring (HBM) in Serum- und Urinproben von Feuerwehreinsatzkräften quantitativ bestimmt. Zusammen mit demographischen, tätigkeitsbezogenen und lebensstilbezogenen Daten der Probandinnen und Probanden soll nachvollzogen werden, welche Faktoren die innere Exposition gegenüber PFAS beeinflussen. Durch das longitudinale Design der Studie sollen zudem zeitliche Trends der inneren PFAS-Belastung verfolgt werden. Ein Vergleich mit Daten von Referenzkollektiven der beruflich nichtexponierten Bevölkerung soll ferner Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf die Höhe und die Verteilung gegenüber PFAS aufzeigen.

Aktivitäten/Methoden:

Bei der geplanten Studie handelt sich um ein Humanbiomonitoring-Projekt, das als prospektive Längsschnittstudie in zwei Zentren (ZfAM Hamburg und IPA Bochum) durchgeführt werden soll. Die einzelnen Teilnehmenden der Feuerwehren sollen dazu halbjährlich Bioproben (Blut, Urin) über fünf Jahre abgeben, die auf PFAS analysiert werden. Demographische und tätigkeitsbezogene Daten der Probandinnen und Probanden werden mithilfe von Fragebögen erhoben. Es sollen mindestens 150 Studienteilnehmende eingeschlossen werden. Es ist vorgesehen, dass die Teilnehmenden aus den Bereichen der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren stammen, um nach Möglichkeit ein vollständiges Bild der Feuerwehren abzubilden.

Stand:

20.05.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
  • Zentralinstitut für Arbeitsmedizin und Maritime Medizin (ZfAM) Hamburg
Projektdurchführung:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Arbeitsumwelt (Belastungen, Gefährdungen, Expositionen, Risiken), Exposition, Prävention

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Humanbiomonitoring, Feuerwehr