Prophylaxe und Therapie von sensorischen Funktionseinschränkungen nach Amputationen im Handbereich

Projekt-Nr. FF-FR 0330

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die übergeordneten Ziele des vorliegenden Forschungsvorhabens sind die Verbesserung der Behandlung nach Fingeramputationen und die Entwicklung eines Vorhersagemodells für amputationsbezogene Schmerzen. Dabei geht es hauptsächlich um die Prävention von chronischen Schmerzen nach Amputationen und die Evaluation eines App-basierten vibrotaktilen Behandlungsansatzes, der nach Abschluss des Projektvorhabens auch als Eigenübungsprogramm zur Verfügung stehen kann. Durch eine verbesserte frühzeitige Behandlung und Identifikation von Risikopatientinnen und -patienten können sich u. a. Behandlungskosten und Arbeitsausfallzeiten reduzieren, die bei chronifizierten problematischen Verläufen bekannterweise hohe Kosten verursachen. Nach Abschluss des Forschungsvorhabens wird ein wissenschaftlich evaluiertes, effizientes und ökonomisch einsetzbares Vibrations-Trainingskonzept zur Anwendung nach Amputationsverletzungen an der Hand zur Verfügung stehen, das auch in anderen Kliniken zum Einsatz kommen kann.

Aktivitäten/Methoden:

Zur Evaluation des App-basierten Trainings mit Vibrationsfeedback werden insgesamt 202 Patientinnen und Patienten einbezogen: 103 Personen in der Akutphase nach einer Fingeramputation und 99 Personen in der Rehabilitation aufgrund anhaltender amputationsbezogener Schmerzen. Die Teilnehmenden werden randomisiert zwei Gruppen zugeteilt. Eine Gruppe führt ein standardisiertes ergotherapeutisches Eigenübungsprogramm durch (Kontrollgruppe), während die andere Gruppe mit einer Smartphone-Anwendung trainiert, die während der Nutzung vibrotaktiles Feedback erzeugt.

Zu Studienbeginn werden Handkraft, Bewegungsumfang, allgemeine Handfunktion, Feinmotorik und die Zweipunktdiskrimination erhoben. Zusätzlich erfassen standardisierte Fragebögen die Lebensqualität, funktionelle Einschränkungen der oberen Extremität, Kälteintoleranz und neuropathische Schmerzen. Diese Untersuchungen werden nach drei und zwölf Monaten im Follow-Up wiederholt. Für die Entwicklung des Vorhersagemodells werden zusätzlich 650 Personen mit frischer Fingeramputation eingeschlossen, unabhängig davon, ob sie sich in der akuten Behandlungsphase oder bereits in Rehabilitation befinden. Die oben genannten Untersuchungen werden ebenfalls durchgeführt. Das Follow-up beschränkt sich in diesem Studienteil jedoch auf postalisch versandte Fragebögen sechs Monate nach der Operation.

Die gewonnenen Daten ermöglichen einen direkten Vergleich des vibrotaktil unterstützten App-Trainings mit klassischen Eigenübungsprogrammen.

Stand:

15.04.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin
  • BG Klinikum Duisburg
  • BG Klinik Ludwigshafen
  • BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum
  • BG Klinikum Bergmannstrost Halle
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-

Schlagworte:

Rehabilitation

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Sensomotorik, Funktionseinschränkung, Amputation