Entwicklung einer Handlungsanleitung zur Anwendung generativer KI in der Gefährdungsbeurteilung

Projekt-Nr. IFA 0904

Status:

laufend

Zielsetzung:

Die IVSS-Sektion Forschung führte 2025 eine sektionsübergreifende Umfrage zu KI-Aktivitäten (KI = Künstliche Intelligenz) und den Bedarfen der einzelnen IVSS-Sektionen durch. Ein Ergebnis der Umfrage war der Wunsch nach praxisnahen Lösungen und unterstützenden Werkzeugen für Betriebe durch den Einsatz von KI. Daraufhin wurde 2026 die sektionsübergreifende Arbeitsgruppe "Prevention & Digitalization" mit Arbeitsschutzexpertinnen und -experten aus Österreich, der Schweiz, Finnland, Großbritannien und Deutschland gegründet. Die Arbeitsgruppe verfolgt unter Federführung des IFA das Ziel, bestehende KI-Aktivitäten der Sektionen sichtbarer zu machen und gemeinsame Themen voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel dieses aktuellen Projekts die Erarbeitung einer Handlungsanleitung zur Nutzung von KI in der Gefährdungsbeurteilung.

Aktivitäten/Methoden:

Zunächst wird im IFA eine Literaturrecherche durchgeführt, um bestehende Empfehlungen und Ansätze zur Anwendung von KI in der Gefährdungsbeurteilung zu identifizieren. Darauf aufbauend entwickelt die Arbeitsgruppe unter Federführung des IFA eine Handlungsanleitung entlang der sieben Schritte der Gefährdungsbeurteilung (1: Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festlegen, 2: Gefährdungen ermitteln, 3: Gefährdungen beurteilen, 4: Schutzmaßnahmen festlegen, 5: Maßnahmen durchführen, 6: Wirksamkeit prüfen, 7: Dokumentation und Fortschreibung).

Ein Schwerpunkt der Handlungsanleitung liegt auf der Identifikation von Gefährdungen. Hier wird untersucht, wie generative KI die Analyse unterstützen kann, z. B. durch die Auswertung von Fotos oder Beschreibungen von Arbeitsbereichen und Tätigkeiten. KI wird dabei ausdrücklich als unterstützendes Werkzeug verstanden, das die fachliche Bewertung durch Expertinnen und Experten nicht ersetzt. Weiter soll die Handlungsanleitung geeignete und ungeeignete Anwendungsfälle von KI sowie die Rolle des Menschen im Prozess definieren und Anforderungen an die Eingabedaten formulieren (z. B. hinsichtlich Bildqualität). Zudem werden Datenschutzaspekte und Anforderungen an die Dokumentation berücksichtigt. Ergänzend legt die Handlungsanleitung einen Fokus auf die Sensibilisierung für eine kritische Bewertung von KI-Ergebnissen.

Ein weiterer Baustein im Projekt und der Handlungsanleitung ist die Entwicklung von Beispiel-Prompts, mit denen Gefährdungen systematisch identifiziert werden können und eine klare Abgrenzung zwischen sichtbar erkennbaren Gefährdungen und Annahmen erfolgt. Nach Veröffentlichung der englischsprachigen Guideline wird die Veröffentlichung einer deutschsprachigen Version geprüft.

Stand:

08.07.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefährdungsübergreifende Fragestellungen

Schlagworte:

Gefährdungsbeurteilung, Klein- und Mittelbetriebe

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Gefährdungsbeurteilung, Künstliche Intelligenz, Gefährdungsanalyse, Handlungsanleitung, Empfehlung

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