Entwicklung eines praxisnahen Messverfahrens zur Expositionsermittlung bei der Entstehung von chirurgischen Rauchgasen

Projekt-Nr. IFA 2122

Status:

laufend

Zielsetzung:

Chirurgische Rauche entstehen bei elektrochirurgischen Operationsverfahren durch lokal stark erhöhte Temperaturen im Gewebe und stellen bei Inhalation eine potenzielle Gesundheitsgefahr für das bei der Operation anwesende Personal dar. Empfehlungen für geeignete Schutzmaßnahmen sind seit 2014 in der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 525 enthalten. Allerdings fehlt bisher eine geeignete Messstrategie, um die Gefährdung oder Schutzmaßnahmen im Operationssaal messtechnisch bewerten zu können. Hierzu sollen in dem Projekt geeignete Modellsubstanzen auf Basis der bisher in diesem Kontext veröffentlichten Literatur ausgewählt werden und eine Messstrategie mit für den Operationsbereich geeigneten Messverfahren erarbeitet werden. Durch Betriebsmessungen unter realen Operationsbedingungen und nachstellenden Versuchen soll eine Datengrundlage für die Gefahrstoffexposition bei Operationen mit elektrochirurgischen Verfahren geschaffen werden. Die erhobenen Daten sollen den Unfallversicherungsträgern bei der themenbezogenen Beratung zur Verfügung stehen und die versicherten Betriebe bei der Gefährdungsbeurteilung unterstützen.

Aktivitäten/Methoden:

Im ersten Schritt soll eine umfangreiche Literaturrecherche zu bereits veröffentlichten Gefahrstoffuntersuchungen unter nachgestellten Operationsbedingungen oder zu Luftmessungen bei Operationen durchgeführt werden. Auf Grundlage der Zusammenfassung der Literatur sollen Leitkomponenten herausgearbeitet werden, für die ein Beurteilungsmaßstab besteht und für den OP-Bereich anwendbare Messverfahren verfügbar sind. Diese Auswahl soll als Grundlage zur Erstellung einer Messstrategie herangezogen werden. Im nächsten Schritt sollen die Messverfahren unter nachgestellten OP-Bedingungen in einer Prüfkammer unter Worst-Case Bedingungen erprobt werden. Dabei soll chirurgischer Rauch an Prüfkörpern aus Schweinefleisch mit unterschiedlichen Gewebetypen und einem handelsüblichen Elektrochirurgiegerät erzeugt und ohne aktive Raumlüftung messtechnisch erfasst werden. Im Anschluss sollen Messungen in unterschiedlichen Kliniken bei verschiedenen Eingriffen mit Beteiligung von elektrochirurgischen Verfahren mit Arbeitsplatzmessungen begleitet werden.

Neben den Gefahrstoffmessungen mit Arbeitsplatzbezug sollen auch Versuche mit Pyrolyse-Gaschromatographie-Systemen am IFA und der Bergischen Universität Wuppertal durchgeführt werden, um die Zusammensetzung von chirurgischen Rauchen sowie den Entstehungsmechanismus von Gefahrstoffen weiterführend systematisch zu untersuchen.

Stand:

02.03.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
Projektdurchführung:
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
  • Bergische Universität Wuppertag (BUW)
Branche(n):

Gesundheitswesen

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren, Gefahrstoffe

Schlagworte:

Messverfahren, Exposition, Chemische Arbeitsstoffe

Weitere Schlagworte zum Projekt:

OP Rauchgase, chirurgischer Rauch

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