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Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines praxistauglichen, standardisierten Probenahmeverfahrens zur Erfassung von Isocyanatkontaminationen auf betrieblichen Oberflächen. Isocyanate besitzen aufgrund ihrer ausgeprägten sensibilisierenden Eigenschaften eine hohe arbeitsmedizinische Relevanz. Neben der inhalativen Exposition ist auch der Hautkontakt von zentraler Bedeutung, da bereits dermale Expositionen zur Sensibilisierung und damit zur Entstehung isocyanatbedingter Erkrankungen (BK 1315) beitragen können. Vor diesem Hintergrund kommt der Identifikation und Bewertung von Oberflächenkontaminationen und Verschleppungsprozessen eine besondere Bedeutung auch im Rahmen der Individualprävention zu.
Das zu entwickelnde Probenahmeverfahren eines Wischtests soll durch die messtechnischen Dienste der Unfallversicherungsträger im Rahmen der Individualprävention eingesetzt werden und Oberflächenkontaminationen sowie deren Verschleppung aufzeigen. Damit wird eine Grundlage für die Ableitung gezielter organisatorischer und hygienischer Maßnahmen geschaffen. Darüber hinaus sollen die Verfahren zur Wirksamkeitskontrolle neu implementierter Schutzmaßnahmen dienen und somit eine Bewertung dieser ermöglichen.
Ein geeignetes analytisches Verfahren zur Bestimmung von Isocyanaten mittels Hochleistungsflüssigchromatographie gekoppelt mit Diodenarray- und Fluoreszenzdetektoren liegt bereits vor, sodass sich die Projektarbeiten auf die Entwicklung des Probenahmeverfahrens konzentrieren. Im Fokus stehen hierbei insbesondere die Erarbeitung sicherer und praktikabler Handhabungskonzepte für den Einsatz im betrieblichen Umfeld sowie die systematische Untersuchung der Sammeleffizienz der Wischtests. Letztere ist insbesondere im Hinblick auf die hochreaktiven Eigenschaften der Isocyanate von zentraler Bedeutung, um eine semi-quantitative Bewertung der Oberflächenkontaminationen zu ermöglichen.
Mit der Entwicklung eines praxisorientierten und anwendungsfreundlichen Wischtestverfahrens leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Expositionserfassung gegenüber Isocyanaten und zur gezielten Weiterentwicklung von Präventionsmaßnahmen im Sinne des gesetzlichen Auftrags der Unfallversicherungsträger.
Im Rahmen des Projekts werden unterschiedliche Arten von Sammelmedien zur Wischprobenahme, sowohl mit als auch ohne chemische Imprägnierung, systematisch hinsichtlich ihrer Eignung zur Probenahme von Isocyanaten auf relevanten betrieblichen Oberflächen untersucht. Hierbei erfolgt eine vergleichende Bewertung der Sammeleffizienz unter definierten Bedingungen, wobei verschiedene material- und oberflächenspezifische Einflussfaktoren berücksichtigt werden.
Parallel dazu wird das Vorgehen der Probenahme detailliert erfasst und hinsichtlich praxisrelevanter Parameter (z. B. Wischtechnik, Wischfläche, Anzahl der Wischvorgänge) untersucht. Auf dieser Grundlage wird eine standardisierte Verfahrensanweisung für die Durchführung der Wischtests entwickelt, die den Anforderungen an eine sichere, anwenderfreundliche und unter Feldbedingungen belastbare Durchführung gerecht wird.
Vor der Überführung des Verfahrens in die Anwendung durch die messtechnischen Dienste erfolgt eine Untersuchung der interpersonellen Variabilität. Hierzu wird die entwickelte Standardvorgehensweise durch mehrere Mitarbeitende des zuständigen Referats angewendet und die erzielten Messergebnisse vergleichend ausgewertet. Ziel dieses Ansatzes ist es, die Schwankungsbreite der Ergebnisse unter realistischen Anwendungsbedingungen zu erfassen und die Reproduzierbarkeit des Verfahrens zu bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die abschließende Optimierung der Verfahrensanweisung ein.
Chemische Industrie
Gefährdungsart(en):Gefahrstoffe
Schlagworte:Risikoabschätzung, Messverfahren, Chemische Arbeitsstoffe
Weitere Schlagworte zum Projekt:Wischtest, Isocyanate, Oberflächenkontamination