Schnelllieferdienste - Messung der physischen Belastungen im Kurierdienst

Projekt-Nr. UVT BGVERKEHR1214

Status:

abgeschlossen 02/2026

Zielsetzung:

Die Analyse der physischen Belastungen der Beschäftigten soll anhand von messtechnischen Untersuchungen je einer Arbeitsschicht pro Mitarbeitenden erfolgen. Untersucht werden Tätigkeiten, die von Fahrradkurierpersonal beim Ausliefern von Waren und/oder Speisen (Lastenhandhabung / Lastentransport) ausgeführt werden. Im Rahmen einer erweiterten Betriebsberatung sollen die Messungen durch das IFA durchgeführt werden. Die Messungen unterstützen die Betriebe bei der Gefährdungsbeurteilung, insbesondere bei der Umsetzung der Lastenhandhabungsverordnung sowie Anwendung der Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung. Zur Ermittlung der körperlichen Beanspruchungen werden u. a. Arbeitsherzschlagfrequenzmessungen während einer Schicht pro Beschäftigten durchgeführt (geplant sind max. 20 Beschäftigte aus verschiedenen Regionen bzw. Standorten). Aus den Ergebnissen der Messungen und Befragungen zum subjektiven Beschwerdeempfinden sollen Hinweise für die Präventionsarbeit abgeleitet werden.

Aktivitäten/Methoden:

Um einen ersten Überblick über die realen Arbeitsbedingungen zu erhalten, sind 20 Feldmessungen (i.d.R. zweistündige Messung, repräsentativ für eine Arbeitsschicht) geplant. Hierbei sollen die Art des Fahrrads (motorisiert/nicht motorisiert) und ergonomische Maßnahmen (gefederte oder dämpfungsreduzierende Bauteile, unterschiedliche Lenkergriffformen) erfasst werden. Da die Vibrationen beim Fahrradfahren sowohl über das Gesäß als auch über das Hand-Arm-System in den menschlichen Körper eingeleitet werden, sollen die Expositionen durch entsprechende Beschleunigungsaufnehmer sowohl auf dem Sattel als auch am Lenkergriff ermittelt werden. Die Körperhaltungen werden anhand von Bewegungssensoren gemessen, die auf der Kleidung des Fahrenden angebracht werden.

Zur Erfassung von Beschwerden am Muskel-Skelett-System wird ein vereinfachter Fragebogen (Nordic Questionnaires) eingesetzt. Hierbei werden die Beschwerden und die Beeinträchtigungen in den letzten zwölf Monaten für acht Körperregionen erfragt. Zur Bestimmung und Einschätzung der Anstrengung der Arbeit wird auf die Borg-CR10-Skala zurückgegriffen. Zur Dokumentation der Fahrbahnoberflächen und Tätigkeiten werden die Messungen mit Videoaufnahmen begleitet. Dafür werden kleine Kameras auf dem Helm und Fahrrad angebracht. Alle Teilnehmenden erhalten ein Probandengeld. Die Kosten hierfür werden von den Projektinitiatoren (BGHW und BG Verkehr) übernommen.

Stand:

15.04.2026

Projekt

Projektdurchführung:
  • Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekomunikation (BG Verkehr)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Psychische Fehlbelastungen

Schlagworte:

Arbeitsumwelt (Belastungen, Gefährdungen, Expositionen, Risiken), Physische Beanspruchung/Belastung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Schnelllieferdienst, Kurierdienst