Prävention ist wichtiger Teil der Krisenvorsorge
Rund 90 Prozent der Beschäftigten halten Präventionsmaßnahmen für wichtig, damit ihr Unternehmen für Krisenfälle gewappnet ist. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung, welche die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) als DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 veröffentlicht hat.
Die Ergebnisse zeigen zudem eine sehr hohe Zustimmung zur Bedeutung präventiver Maßnahmen: 89 Prozent halten Vorkehrungen wie Notfallpläne, Brandschutzmaßnahmen oder Maßnahmen zur Arbeitssicherheit für wichtig oder sehr wichtig, um auf Krisenfälle vorbereitet zu sein. Nur 8 Prozent bewerten solche Maßnahmen als weniger oder gar nicht wichtig.
Als Gesellschaft entdecken wir gerade wieder, wie wichtig Krisenvorsorge und Prävention sind“, betont DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Stephan Fasshauer. Zu einer guten Sicherheitskultur gehört auch das Wissen, was im Notfall zu tun ist.
Die Befragten sehen ihre Unternehmen am häufigsten auf Pandemien (64 Prozent), Brände oder Explosionen (60 Prozent) und Cyberangriffe (52 Prozent) gut vorbereitet, seltener dagegen auf die Beeinträchtigung von Lieferketten (38 Prozent), Gewaltereignisse und Naturkatastrophen (30 Prozent) oder langanhaltende Stromausfälle (28 Prozent).
Unternehmen unterschiedlich gut vorbereitet
Gefragt nach den Vorkehrungen, die Unternehmen treffen, um für Notfälle oder Krisen gewappnet zu sein, werden am häufigsten Maßnahmen wie Ausbildung und Übung, zum Beispiel in den Bereichen Brandschutz, Erste Hilfe oder Notfalltraining (67 Prozent), IT-Sicherheitsmaßnahmen (61 Prozent) oder Notfall- und Krisenpläne (50 Prozent) genannt. Generell zeigt sich: Je kleiner das Unternehmen oder die Einrichtung, desto seltener wurden bereits Maßnahmen zur Krisen- oder Notfallvorsorge getroffen.
Betrachtet man die Antworten nach Betriebsgröße, zeigen sich deutliche Unterschiede: Betriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden haben durchweg weniger Maßnahmen zur Notfall- und Krisenvorsorge getroffen als größere Unternehmen.
Hintergrund der Umfrage: Im Februar 2026 wurden 2.015 Erwerbstätige aus Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden, darunter 544 Führungskräfte und Unternehmerinnen bzw. Unternehmer im Rahmen des repräsentativen Panels forsa.omninet online befragt.
GUT ZU WISSEN
Die gesetzliche Unfallversicherung versichert rund 68 Millionen Menschen in Deutschland gegen Arbeits-, Wege-, Schul- und Schulwegunfälle sowie Berufskrankheiten.
Die Versicherten arbeiten und lernen arbeiten in rund 3,6 Millionen Unternehmen und Einrichtungen, für welche die gesetzliche Unfallversicherung die Haftung für Arbeits- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten übernimmt.
Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützen die Betriebe, indem sie jährlich über 2 Millionen Arbeitnehmende in Erster Hilfe und rund 100.000 als Sicherheitsbeauftragte qualifiziert. Deren Kompetenzen tragen auch über den jeweiligen Arbeitsplatz hinaus.
In der Präventionsarbeit der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen arbeiten rund 5.000 Menschen.
Auf Anfrage beraten die Präventionsfachleute der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen die versicherten Unternehmen und Einrichtungen direkt. 2024 gab es über 200.000 Beratungen vor Ort, rund 470.000 Anfragen wurden schriftlich oder telefonisch beantwortet.
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