Hilfe für die Helfenden: Wenn Angehörige pflegen
Angehörige leisten den größten Teil der häuslichen Pflege – oft unentgeltlich und rund um die Uhr. (Bild: auremar - stock.adobe.com)
Pflege ist eines der drängendsten gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Während über Finanzierung, Fachkräftemangel und Entlastung diskutiert wird, leisten Millionen Angehörige täglich einen unverzichtbaren Beitrag. Sie ermöglichen es vielen Pflegebedürftigen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Damit häusliche Pflege langfristig gelingt, brauchen aber auch die Pflegenden Unterstützung – und genau hier setzt die gesetzliche Unfallversicherung an.
Bei der Pflege gesetzlich unfallversichert
Was viele nicht wissen: Häusliche Pflegepersonen – etwa Kinder, Partnerinnen und Partner, Nachbarn und Freunde – können automatisch gesetzlich unfallversichert sein. Das gilt, wenn die gepflegte Person mindestens Pflegegrad 2 hat, die Pflege nicht erwerbsmäßig erfolgt und regelmäßig geleistet wird: mindestens zehn Stunden pro Woche an mindestens zwei Tagen.
Versichert sind Unfälle während der Pflege sowie Wege, die unmittelbar damit zusammenhängen. Der Schutz ist beitragsfrei.
Mehr Informationen zum Versicherungsschutz von häuslichen Pflegepersonen finden Sie hier .
Gesundheit schützen, bevor etwas passiert
Pflege kostet Kraft – körperlich wie seelisch. Pflegende Angehörige sind häufig körperlich und psychisch stark gefordert. Das Heben und Unterstützen von Pflegebedürftigen belastet Rücken und Gelenke, hinzu kommen Zeitdruck, Verantwortung und die emotionale Beanspruchung im Pflegealltag. Die gesetzliche Unfallversicherung unterstützt nicht erst, wenn etwas passiert ist. Die Unfallkassen helfen auch, Belastungen und Gesundheitsgefahren vorzubeugen – etwa mit Informationen zu rückenschonender Pflege, sicherer Wohnumgebung, Hilfsmitteln oder Selbstfürsorge. Denn wer für andere sorgt, muss auch die eigene Gesundheit schützen.
GUT ZU WISSEN
- Die Aktion Das sichere Haus (DSH) unterstützt pflegende Angehörige mit dem Angebot „Sicher zuhause pflegen“ und dem Magazin „Ich pflege“ . Es bietet praktische Tipps zu Selbstfürsorge, Pflegeorganisation, Gesundheit und Sicherheit im häuslichen Pflegealltag. Herausgegeben wird „Ich pflege“ von der DSH und den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand.
- Im Portal „Sicheres Pflegen zu Hause“ der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen erfahren Sie in den verschiedenen Räumen eines virtuellen Hauses, wie Sie eine häusliche Umgebung pflegesicherer gestalten können. Sie werden über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit den Tätigkeiten pflegender Angehöriger, der Einrichtung sowie über bauliche und technische Maßnahmen informiert.
- Ergänzend bietet die DGUV den Wegweiser „Zu Hause pflegen – so kann es gelingen!“ an. Die Broschüre bündelt Informationen zur Organisation häuslicher Pflege und zum Gesundheitsschutz der Pflegeperson.
- Diese Karte "Pflegende Angehörige" sensibilisiert Unternehmen für das bedeutsame Handlungsfeld der „Vereinbarkeit von Beruf und häuslicher Pflege“ und stellt entsprechende Informationen und Angebote, auch der regional zuständigen Unfallversicherungsträger, bereit.
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