Prof. Dr. Thomas Brüning
Bild: André Stephan / Morsey & Stephan
unsere Arbeitswelt befindet sich in einem ständigen Veränderungsprozess, der auch die gesundheitlichen Risiken für Beschäftigte maßgeblich beeinflusst: Technologische Entwicklungen wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI), neue Arbeitsformen, globale Krisen wie die SARS-CoV-2-Pandemie sowie langfristige Entwicklungen wie der Klimawandel stellen die Prävention am Arbeitsplatz vor immer neue Herausforderungen.
Gleichzeitig wirken frühere Expositionen, etwa gegenüber Asbest oder anderen Gefahrstoffen, bis heute nach.
Die Forschung des IPA leistet einen wichtigen Beitrag, um auf diese Entwicklungen und Herausforderungen belastbare Antworten zu finden. Einige ausgewählte Forschungsansätze stellen wir Ihnen in der aktuellen Ausgabe des IPA Journals vor.
Nach wie vor ist Krebs die häufigste tödlich verlaufende Berufskrankheit. Deshalb sind die Früherkennung und die verbesserte Diagnostik arbeitsbedingter Erkrankungen wichtig. Das jetzt bundesweit ausgerollte Vorsorgeangebot EVA-Mesothel zur Früherkennung von Mesotheliomen ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Forschung im IPA zu Biomarkern dazu beiträgt, schwere Krebserkrankungen früher zu erkennen und damit auch neue therapeutische Chancen zu eröffnen (siehe Seite 20).
Klassische Bereiche der Arbeitsmedizin, wie zum Beispiel die Diagnostik staubbedingter Lungenerkrankungen, können speziell bei begrenzter personeller Ressource von innovativen Ansätzen wie dem Einsatz Künstlicher Intelligenz profitieren. Gemeinsam mit dem IPA soll dazu eine KI entwickelt und trainiert werden, um Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Diagnose zu unterstützen (siehe Seite 13).
Im Beitrag zur digitalen Augenbelastung werden die Ergebnisse einer Online-Befragung zu den ergonomischen Verhältnissen im Homeoffice und deren möglichen Auswirkungen auf die Augen vorgestellt (siehe Seite 16).
Gleich zwei Beiträge beschäftigen sich mit biologischen Risiken am Arbeitsplatz. Im arbeitsmedizinischen Fall gehen wir der Frage nach, ob eine Zoonose – eine Erkrankung, die vom Tier auf den Menschen übertragen wird – als Berufskrankheit anerkannt werden kann (siehe Seite 8). Im Bericht aus der Praxis gehen wir auf die Spurensuche nach der Ursache für eine allergischen Erkrankung, die durch die Verarbeitung von Mehlwürmern in der Lebensmittelaufbereitung aufgetreten ist (siehe Seite 25).
Die Forschung des IPA zeigt in diesen Beiträgen, dass wirksame Prävention auf wissenschaftlicher Grundlage beruht. Mehr als 100 Jahre nach Einführung der Berufskrankheitenverordnung wird deutlich, dass Prävention, Früherkennung und Begutachtung keine statischen Konzepte sind, sondern sich laufend an neue Erkenntnisse, globale Herausforderungen und gesellschaftliche Veränderungen anpassen müssen.
In eigener Sache: Im Rahmen unserer Digitalisierungsstrategie haben wir uns entschieden, die Erscheinungsweise des IPA Journals künftig von drei auf zwei Print-Ausgaben pro Jahr anzupassen. Gleichzeitig bauen wir unser Online-Format IPA Aktuell weiter aus, um Sie noch aktueller über Forschungsvorhaben, Studienergebnisse und Aktivitäten zu informieren.
Ihre Meinung ist uns wichtig: Bitte nehmen Sie sich einen Moment Zeit für unsere kurze Online-Befragung zu Ihren Nutzungs- und Lesegewohnheiten. Vielen Dank für Ihre Unterstützung! Ihre Rückmeldung hilft uns, unser Angebot gezielt weiterzuentwickeln.
Ihr Thomas Brüning