Prävention 4/2026

Arbeiten bis zur Rente? Mehrheit ist zuversichtlich

Die Mehrheit der Erwerbstätigen in Deutschland blickt optimistisch auf ihre weitere Erwerbsbiografie: 68 Prozent können sich vorstellen, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum Renteneintrittsalter sicher und gesund auszuüben. Jeder Vierte (25 Prozent) hält dies hingegen für nicht möglich. Besonders Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Erziehungsbereich äußern häufiger Zweifel daran, ihren aktuellen Beruf bis zur Rente ausüben zu können. Das geht aus der Umfrage DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 hervor, welche die DGUV im März dieses Jahres veröffentlichte.

Infografik mit der Frage: „Können Sie sich vorstellen, Ihre derzeitige Arbeit bis zum Renteneintrittsalters sicher und gesund auszuüben?“ Ein Balkendiagramm zeigt die Antworten: 68 Prozent „ja“, 25 Prozent „nein“ und 7 Prozent „weiß nicht“. Rechts daneben ist eine Illustration von zwei Personen zu sehen, die gemeinsam auf ein Tablet blicken, darunter eine Person mit Schutzhelm. Als Quelle ist das „DGUV Barometer Arbeitswelt 2026“ angegeben.

Gründe für die Arbeit bis zur Rente

Wer davon ausgeht, bis zum Renteneintritt im Beruf bleiben zu können, nennt vor allem die geringe körperliche Belastung der Tätigkeit (25 Prozent) als Grund. Weitere wichtige Faktoren sind die Freude an der Arbeit (15 Prozent) sowie gute Arbeitsbedingungen und ein positives Arbeitsklima (10 Prozent). Auch ein guter Gesundheitszustand, flexible Arbeitszeiten und Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes tragen dazu bei, dass Beschäftigte ihre berufliche Zukunft positiv einschätzen.

Infografik mit der Frage: „Was sind die Gründe für eine sichere und gesunde Erwerbstätigkeit bis zur Rente?“ Ein horizontales Balkendiagramm zeigt die am häufigsten genannten Gründe von Beschäftigten, die sich vorstellen können, ihre derzeitige Arbeit bis zum Renteneintritt sicher und gesund auszuüben. Genannt werden: geringe körperliche Belastung beziehungsweise Büroarbeit (25 Prozent), Spaß an der Arbeit beziehungsweise Zufriedenheit (15 Prozent), gute Arbeitsbedingungen beziehungsweise gutes Arbeitsklima (10 Prozent), kurze Restzeit bis zur Rente (8 Prozent), gute Gesundheit beziehungsweise Fitness (8 Prozent), flexible Arbeitszeiten, Teilzeit oder Homeoffice (7 Prozent), Arbeitsschutz und Prävention (6 Prozent), ein sicherer Arbeitsplatz (5 Prozent), Selbstständigkeit beziehungsweise Eigenverantwortung (2 Prozent) sowie ein gutes Gehalt (2 Prozent). 34 Prozent machten keine Angabe oder wussten es nicht. Rechts zeigt eine Illustration eine Person im Gespräch mit einer medizinischen Fachkraft. Quelle: DGUV Barometer Arbeitswelt 2026.

Gründe gegen die Arbeit bis zur Rente

Diejenigen, die sich eine Tätigkeit bis zum Renteneintritt nicht vorstellen können, nennen dafür Stress und Arbeitsbelastung (42 Prozent) als Grund. Es folgen hohe körperliche Anforderungen (22 Prozent), mangelnde Unterstützung durch den Arbeitgeber (8 Prozent) sowie gesundheitliche Einschränkungen (7 Prozent). Auch Schichtarbeit, sinkende Leistungsfähigkeit im Alter, fehlende Perspektiven und Unsicherheiten am Arbeitsplatz werden als Gründe genannt.

Infografik mit der Frage: „Was sind die Gründe gegen eine sichere und gesunde Erwerbstätigkeit bis zur Rente?“ Ein horizontales Balkendiagramm zeigt die am häufigsten genannten Gründe von Beschäftigten, die sich nicht vorstellen können, ihre derzeitige Arbeit bis zum Renteneintritt sicher und gesund auszuüben. Genannt werden: Arbeitsbelastung und Stress (42 Prozent), hohe körperliche Belastung (22 Prozent), fehlende Unterstützung oder schlechte Führung (8 Prozent), gesundheitliche Einschränkungen beziehungsweise Vorerkrankungen (7 Prozent), Schichtarbeit oder unregelmäßige Arbeitszeiten (6 Prozent), Alter beziehungsweise abnehmende Leistungsfähigkeit (6 Prozent), schlechte Bezahlung oder geringe Karrierechancen (5 Prozent), Unsicherheit der Stelle (5 Prozent), fehlende Abwechslung (4 Prozent), schlechtes Arbeitsklima (2 Prozent) sowie hohe Verantwortung oder Haftungsdruck (2 Prozent). 19 Prozent machten keine Angabe oder wussten es nicht. Rechts zeigt eine Illustration einer Person, die einen hohen Stapel von Kartons trägt und dabei sichtbar belastet wirkt. Quelle: DGUV Barometer Arbeitswelt 2026.

Gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen fördern

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen, eine gute Arbeitsorganisation und wirksame Präventionsmaßnahmen sind, um Beschäftigte langfristig im Erwerbsleben zu halten. Um die Belastung der Beschäftigten zu ermitteln, sollten Führungskräfte regelmäßig die Gefährdungsbeurteilung durchführen und gemeinsam mit dem Team daraus präventive Maßnahmen ableiten. Die Unfallversicherungsträger beraten zur Durchführung und der Gestaltung gesundheitsfördernder Arbeitsplätze.

Nachlesen können Sie die Erhebung im DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 .

GUT ZU WISSEN

Cover des DGUV Barometers Arbeitswelt 2026

Das Barometer Arbeitswelt 2026 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) untersucht, wie aktuelle Belastungen und Sicherheitsstrukturen in der Arbeitswelt wahrgenommen werden. Dafür befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa 2.015 Erwerbstätige, darunter 544 Führungskräfte und Unternehmensleitungen, in Unternehmen und Einrichtungen mit mindestens zwei Beschäftigten vom 6. bis 19. Februar 2026 im Rahmen des forsa.omninet-Panels.

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