Prävention 4/2026

Umfrage: Suchtmittel am Arbeitsplatz – Alkohol häufigstes Problem

Problematischer Konsum von Alkohol, Cannabis oder anderen Suchtmitteln ist auch in der Arbeitswelt ein relevantes Thema. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Befragung im Auftrag der DGUV: Jedem vierten Beschäftigten (25 Prozent) sind demnach aus den vergangenen zwei Jahren Fälle bekannt, in denen Kolleginnen oder Kollegen durch einen problematischen Umgang mit Suchtmitteln aufgefallen sind.

Jeder vierte Beschäftigte (25 Prozent) kennt Fälle problematischem Konsums mit Suchtmitteln am Arbeitsplatz.
Jeder vierte Beschäftigte (25 Prozent) kennt Fälle problematischem Konsums mit Suchtmitteln am Arbeitsplatz.

Alkohol bleibt häufigstes Problem

Am häufigsten wird Alkohol als problematisches Suchtmittel genannt. 21 Prozent der Befragten berichten von entsprechendem Konsum in ihrem Arbeitsumfeld. Dahinter folgen Cannabis und Nikotin mit jeweils 5 Prozent. Jeweils 4 Prozent nennen illegale Drogen oder den Missbrauch von Medikamenten.

21 Prozent geben an, dass in Fällen von Suchtmittelkonsum Alkohol eine Rolle spielte.
21 Prozent geben an, dass in Fällen von Suchtmittelkonsum Alkohol eine Rolle spielte.

Viele Beschäftigte kennen betriebliche Regelungen nicht

Obwohl klare Regelungen für den Umgang mit Suchtmittelproblemen wichtig sind, kennt nur etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten (54 Prozent) die entsprechenden Vorgaben ihres Unternehmens. Fast jede zweite Person (46 Prozent) weiß nicht, welche Regelungen am Arbeitsplatz gelten.

54 Prozent der Beschäftigten kennen interne Regeln zum Umgang mit Suchtmitteln am Arbeitsplatz.
54 Prozent der Beschäftigten kennen interne Regeln zum Umgang mit Suchtmitteln am Arbeitsplatz.

Beschäftigte würden helfen – fühlen sich aber oft unsicher

Die Mehrheit der Erwerbstätigen (71 Prozent) traut sich zu, zu erkennen, wenn jemand bei der Arbeit unter Alkohol- oder Drogeneinfluss steht. Gleichzeitig würden nur 57 Prozent Kolleginnen oder Kollegen direkt auf einen problematischen Konsum ansprechen.

Positiv ist: 63 Prozent der Beschäftigten wissen, an wen sie sich im Unternehmen bei Fragen rund um das Thema Sucht wenden können. Externe Beratungsangebote kennen hingegen nur 45 Prozent.

48 Prozent geben an, dass es Betriebsvereinbarungen zum Thema Sucht im Unternehmen gibt.
48 Prozent geben an, dass es Betriebsvereinbarungen zum Thema Sucht im Unternehmen gibt.

Präventionsangebote der Unfallversicherung

Die Unfallversicherungsträger – Berufsgenossenschaften und Unfallkassen – informieren, unterstützen und beraten Betriebe und Organisationen bei der Suchtprävention. Sie qualifizieren betriebliche Akteure zur Suchtprävention, helfen bei der Erstellung von Betriebsvereinbarungen und führen Informationsveranstaltungen durch. Weitere Informationen zum Thema sowie konkrete Handlungsempfehlungen gibt es auf der Website der DGUV.

Das Web-Based Training „Suchtprävention in der Arbeitswelt“ von der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema. Damit steht Betrieben, Führungskräften und Beschäftigten ein praxisnahes und digitales Lernangebot zur Verfügung, das flexibel und jederzeit genutzt werden kann. Zum Training

Kulturdialoge: Prävention - Dialogkarten zum Thema Sucht: Mit den Dialogkarten Sucht können Teams selbst ermitteln, wie aktuell im Unternehmen mit dem Thema umgegangen wird. Die Einstufung mit dem Fünf-Stufenmodell der DGUV hilft, die Qualität des Suchtmanagements zu beurteilen und Verbesserungsmaßnahmen abzuleiten. Mehr zu den Kulturdialogen Prävention

DGUV-Pressemitteilung zum Suchtmittelkonsum am Arbeitsplatz

GUT ZU WISSEN

Über die Befragung

Im Auftrag der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hat forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH 2.016 Erwerbstätige (darunter 554 Führungskräfte) in Unternehmen mit mindestens zwei Mitarbeitenden befragt. Die Erhebung wurde vom 11. bis 16. Juni 2026 im Rahmen eines repräsentativen Online-Panels durchgeführt.

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