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Um die Auswirkungen mobiler Bildschirmarbeit auf die körperliche Gesundheit zu untersuchen, hat das IFA eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Zentrale Fragen waren:
Für den Zeitraum 2011 bis 2021 recherchierte das Forschungsteam in wissenschaftlichen Datenbanken (Pubmed, Livio, ScienceDirect) sowie in Google Scholar und ausgewählten deutschen Fachzeitschriften nach deutsch- und englischsprachigen Veröffentlichungen zur mobilen Bildschirmarbeit. Die Suche umfasste sowohl technische Aspekte (z. B. Arbeitsgeräte wie Laptop, Tablet, Smartphone) als auch ergonomische Einflussfaktoren (z. B. Körperhaltung, Displayblendung). Außerdem wurden typische Beeinträchtigungen des Muskel-Skelett-Systems und der Augen (z. B. muskuloskelettale Beschwerden, trockene Augen) als Schlagwörter einbezogen.
Die identifizierten Studien wurden anschließend in einem mehrstufigen Screeningverfahren von mindestens zwei Personen geprüft. Grundlage bildeten Titel und Abstracts, um thematische Relevanz und Ausschlusskriterien (z. B. Versuchspersonen mit bestehenden Krankheitsbildern) zu bewerten. Insgesamt flossen 21 Veröffentlichungen – darunter Laborstudien, Befragungen und Übersichtsarbeiten – in die Analyse ein.
Die Literaturübersicht zeigt, dass eine ungünstige Körperhaltung, bestimmte Arbeitsgeräte und auch nachteilige Umgebungsfaktoren bereits bei vergleichsweise kurzen Arbeitszeiten zu diversen körperlichen Beschwerden führen können. Meist fanden sich die vermehrten Beschwerden im Vergleich zur Arbeit an einem stationären Bildschirmarbeitsplatz (z. B. ergonomisch eingerichteter Desktop-PC-Arbeitsplatz).
Aus den Ergebnissen lassen sich zumindest einfache Empfehlungen ableiten: Längere, ununterbrochene Arbeitsintervalle ausschließlich mit mobilen Geräten sollten überdacht und mit besonderer Sorgfalt eingeplant werden. Arbeitsgerät- und Aufgabenwechsel können vor Beschwerden ebenso schützen wie aktive Pausen und häufige Haltungsänderungen. Ungünstige Arbeitspositionen lassen sich z. B. durch Erhöhen der Arbeitsfläche oder Abstützen der Arme verbessern. Entscheidend ist auch, für jede Aufgabe das geeignete Gerät zu wählen. Generell nicht zu empfehlen ist längerfristiges Arbeiten z. B. nur mit Touchscreen oder unter ungünstigen Einflüssen auf die optische Wahrnehmung (Reflexionen, Blendung, ungeeignete Schriftgröße usw.). Genaue quantitative Werte – beispielsweise, welche Tätigkeit wie lange mit welchem mobilen Gerät ausgeübt werden darf, bevor Beschwerden entstehen – lassen sich anhand der gesichteten Studienergebnisse noch nicht ableiten. Das IFA plant daher weitere Untersuchungen, um hier konkrete Hinweise für die Gefährdungsbeurteilung bei mobiler Arbeit abzuleiten.
Fazit: Mobile Bildschirmarbeit erfordert eine kluge Planung, ein geschärftes Bewusstsein für eventuelle Probleme und die Bereitschaft, eine Arbeitssituation zu schaffen, die diesen Problemen entgegenwirkt. Ideal ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen, um den möglichen Beschwerden entgegenzuwirken, die schon nach kurzer Zeit auftreten können.
Das Projekt erfolgte in Kooperation mit den Sachgebieten Büro und Neue Formen der Arbeit des Fachbereichs Verwaltung der DGUV.
Ergebnisbericht erschienen:
Systematisches Review zu physischen Belastungen bei mobiler Bildschirmarbeit
Internationale Veröffentlichung:
Wechsler, K.; Griemsmann, S.; Weber, B.; Ellegast, R.: The impact of remote work using mobile information and communication technologies on physical health: a systematic review. Ergonomics, 1–18 (2024)
https://doi.org/10.1080/00140139.2024.2304582
Deutschsprachige Veröffentlichung:
Wechsler, K.; Griemsmann, S.; Weber, B.; Ellegast, R.: Die Auswirkungen der mobilen Bildschirmarbeit auf die körperlicheGesundheit: eine systematische Literaturrecherche
Z. Arb. Wiss. (2024)
https://doi.org/10.1007/s41449-024-00420-x